Kläranlagensteuerung mittels Produktionssoftware

Die Begriffe Produktionssoftware und Kläranlagen haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun, da die wenigsten an einen Produktionsbetrieb denken, wenn der Begriff Kläranlage fällt. Produziert wird in einer Kläranlage aber durchaus etwas, nämlich sauberes Wasser. Um die komplizierten Vorgänge, die in Kläranlagen stattfinden, zu steuern, bedarf es spezieller Produktionssoftware. Der Klärvorgang teilt sich in zwei Bereiche auf. Zuerst durchläuft das Abwasser die mechanische Abwasserreinigung, im Anschluss wird es der biologischen Reinigungsstufe zugeführt.

Mechanische Abwasserreinigung

Das Abwasser gelangt zuerst in die Rechenhalle. Hier werden grobe Stoffe, wie Textilien oder Papier entfernt. Im Anschluss werden Fette und Sand vom Wasser getrennt. Hierfür wird das Abwasser mit langsamer Fließgeschwindigkeit bewegt, wodurch sich der Schlamm unten absetzt und sich die Fette auf der Oberfläche ansammeln. So können sie leicht entfernt werden. Im Vorklärbecken setzen sich schließlich weitere Schlämme und Schmutzpartikel ab. Dann veranlasst die Produktionssoftware den Transport des Abwassers zur zweiten Klärstufe.

Biologische Reinigungsstufe

Hier sorgen Bakterien und Chemikalien dafür, dass Phosphate sowie Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen abgebaut werden. Zu diesem Zweck existieren zwei unterschiedliche Verfahren, die aber in der Regel beide eingesetzt werden. Im Belebungsbecken schwimmen Bakterien frei im Abwasser umher und durchlaufen dabei belüftete und unbelüftete Zonen. Im daran anschließenden Nachklärbecken setzt sich dann der sogenannte Belebtschlamm am Boden ab, während das klare Wasser oben abfließt. Wie auch das erste Verfahren wird auch das zweite von Produktionssoftware überwacht und gesteuert. Auch bei diesem Verfahren spielen Bakterien die Hauptrolle. Allerdings schwimmen sie hier nicht frei herum, sondern kommen in Form eines biologischen Rasens in Blähtonkugeln vor. Es besteht eine bauliche Trennung zwischen belüfteten und unbelüfteten Zonen. Abbaubecken und Nachklärbecken sind hier, im Gegensatz zum anderen Verfahren, nicht voneinander getrennt. Das Abwasser muss je nach Grad der Verschmutzung bis zu dreimal durch das Becken gepumpt werden, bevor es sauber ist. Unterstützt wird das Ganze durch die Zugabe verschiedener Stoffe und Chemikalien. Deren Konzentration wird ständig von der Produktionssoftware überwacht und gegebenenfalls angepasst.

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